
Feierliche Verabschiedung der Abschlussjahrgänge 9 und 10
26. Juni 2026Pubertät 2.0 – Einblick ins digitale Kinderzimmer“ lautete der Titel eines Elternabends, zu dem am 16.06.2026 Eltern der Jahrgänge 5-7 in die Aula der Heinrich-von-Brentano-Schule in Hochheim am Main eingeladen waren.
Zu Beginn der Veranstaltung begrüßte Schulleiter Gregor Dreyer die Eltern, welche der Einladung gefolgt waren, herzlich. Anschließend übernahm Referent Günter Steppich, Experte für Jugendmedienschutz, das Wort und führte die Eltern durch seinen zweistündigen Vortrag.
Steppich machte deutlich, wie selbstverständlich Kinder und Jugendliche heute Messenger, soziale Netzwerke und Online-Spiele nutzen und wie groß der Unterschied zwischen der Medienwelt der Erwachsenen und jener der Heranwachsenden inzwischen geworden ist. Er zeigte, dass fehlendes digitales Know-how nicht nur bei Kindern, sondern auch bei vielen Erwachsenen ein Risiko darstellt.
Mit anschaulichen Beispielen beschrieb er, wie leicht Kinder in Chats oder Gruppen mit hunderten unbekannten Personen landen können, wenn Geräte und Dienste nicht altersgerecht eingestellt sind. Besonders eindrücklich war sein Vergleich des Internets mit einem U-Boot voller Milliarden Menschen – ein Ort, an dem kein Kind ohne Begleitung unterwegs sein sollte.
Gleichzeitig erklärte er, warum Jugendliche in der Pubertät besonders anfällig für digitale Reize sind: Das Gehirn reagiert stärker auf Belohnungen, Impulskontrolle fällt schwerer und die Rückzugsräume der Kinder sind heute vor allem digital.
Ein großer Teil des Abends widmete sich den Risiken, denen Kinder online begegnen können. Steppich berichtete von Erfahrungen aus Schulen, in denen Kinder bereits in der fünften Klasse mit Gewaltvideos, pornografischen Inhalten, sexuellen Ansprachen oder Mobbing konfrontiert wurden. Viele dieser Erlebnisse würden Eltern nie erfahren, weil Kinder aus Angst vor Strafen oder Handyverboten schweigen. Gleichzeitig betonte er, dass Kinder solche Inhalte nicht aktiv suchen, sondern ihnen häufig zufällig begegnen.
Trotz der ernsten Themen blieb der Vortrag nicht bei Warnungen stehen. Steppich gab konkrete und alltagstaugliche Empfehlungen, wie Eltern ihre Kinder sicher begleiten können: Geräte altersgerecht einrichten, Apps und Kontakte kennen, regelmäßige Gespräche führen und digitale Geräte nachts aus dem Kinderzimmer verbannen. Besonders wichtig sei es jedoch, dass Eltern selbst Vorbilder seien.
Zum Abschluss ermutigte Steppich die Eltern, ihre Kinder nicht zu überwachen, sondern ihnen Orientierung zu geben und offen über Online-Erfahrungen zu sprechen. Die digitale Welt sei ein fester Bestandteil des Aufwachsens, und Kinder bräuchten Erwachsene, die ihnen helfen, sich darin sicher zu bewegen.
Wir danken Günter Steppich für die gelungene Veranstaltung und wertvolle Denkanstöße im Kontext der Medienerziehung.
Wer Herrn Steppichs Vortrag verpasst hat, findet hier die Aufzeichnung eines vergangenen Elternabends: https://www.youtube.com/watch?v=Y_nUivN56W8
Weitere Informationen des Referenten unter https://www.medien-sicher.de/.




