
Lernjob Mittelalter im Jahrgang 7
15. Juni 2026Mit Unterstützung des Fördervereins der Heinrich‑von‑Brentano‑Schule konnten zehn neue Einplatinencomputer angeschafft werden. Beim ersten Einsatz ließen Schülerinnen und Schüler Smartlichter leuchten, Robotertiere tanzen und eigene Ideen lebendig werden.
Es beginnt mit einem Herzen auf Knopfdruck: „Wenn Button A gedrückt – zeige Symbol Herz“ lautet der der erste Befehl, den die Schülerinnen und Schüler mit Hilfe zweier puzzleteilartiger Bausteine im Programmiereditor „Make Code“ zusammensetzen.
„Eingabe, Verarbeitung, Ausgabe – das ist die Funktionsweise jedes Computers. Und damit er macht, was ihr wollt, braucht es eine Sprache ohne Mehrdeutigkeiten“, erklärt Lehrerin Carina Nies zu Beginn des Projekts, „Der Computer weiß nicht, ob es hell oder dunkel ist. Das müsst ihr ihm beibringen. Deshalb programmieren wir.“
Dann zeigt sie zwei Doppelstunden lang an praktischen Aufgabenbeispielen, welche Möglichkeiten die Schülerinnen und Schüler zur Auswahl haben: Eingaben über Buttons, Pins, Bewegungen, aber auch Messwerte über verschiedene Sensoren wie Lichtstärke, Temperatur, Neigung, Magnetstärke, Lautstärke usw. stehen Licht, Ton und Bewegung als Ausgabe gegenüber.
Dank der Finanzierung von zehn modernen Einplatinencomputern durch den Förderverein der Heinrich‑von‑Brentano‑Schule können Schülerinnen und Schüler nun die Funktionsweise computergesteuerter und vernetzter Geräte an einfachen Beispielen erfahren. Ziel ist es, junge Menschen auf die digitale Welt vorzubereiten: Sie sollen nicht nur Konsumentinnen und Konsumenten sein, sondern selbst zu aktiven Gestalterinnen und Gestaltern werden – mit einem Gefühl dafür, wie digitale Technologien „denken“ und wie sie durch Programmierung gesteuert werden können.
Programmieren, Tüfteln, Verstehen
Bereits in der Projektwoche kamen die neuen Platinen im Projekt „Visuelles Programmieren“ zum Einsatz. An jeweils zwei Tagen lernten die Gruppen grundlegende Begriffe des Programmierens, die Funktionsweise kleiner Servomotoren (und wie man sie mit Schrauben an etwas befestigt) – und entwickelten anschließend eigene Ideen. Diese wurden mit Idee, Funktion und Problemen bei der Entwicklung sowie deren Lösung auf Plakaten zusätzlich erläutert.
Dabei entstanden kreative und überraschend ausgereifte Projekte:
– CO₂‑Ampel von Nico (6a):
Mit einem angeschlossenen Sensor programmierte er eine Anzeige, die zeigt, wann gelüftet werden sollte. Zuvor musste er recherchieren, ab welchem Wert frische Luft nötig ist.
– Lärmampeln und das „Lautohorn“ von Pina und Lisa:
Die beiden bestimmten zunächst, was ein „leises Klassenzimmer“ überhaupt bedeutet, sammelten Messwerte. Ihr Einhorn aus Pappe beginnt bei Ruhe im Raum zu tanzen – als Belohnung. In MakeCode setzten sie dazu bunte Programmierbausteine zusammen: „Wenn Lautstärke > 90, dann wiederhole 5×: setze Winkel von Servo C9 auf 20°, pausiere 100 ms …“.
– Ferngesteuertes Auto von Noah und Alexander (Jg. 8):
Mit Vorerfahrung aus dem Unterricht von Falk Schmitt konstruierten sie in TinkerCAD ein Fahrzeug für den 3D‑Druck, druckten es aus und steuerten es anschließend über zwei per Funk verbundene Minicomputer.
– Schere‑Stein‑Papier über Funk:
Die Herausforderung bestand darin, zwei Geräte so zu programmieren, dass sie auf nacheinander erfolgte Eingaben gleichzeitig reagieren. Mit sogenannten „Variablen“ – und etwas Unterstützung von Frau Nies – gelang die Umsetzung.
– Pflanzenstation von Florian und Jakob (Jg. 6):
Die Klassenpflanze bekam ein Gesicht: Bei optimaler Feuchtigkeit erscheint ein lachendes Symbol, bei zu viel oder zu wenig ein trauriges. Zusätzlich misst das Gerät Temperatur und Lichtstärke.
– Hitzefrei‑Thermometer von Nevio (6d):
Sein Projekt schaffte es sogar in die Hochheimer Zeitung. Über 25 Grad zeigt das Display „Hitzefrei“, darunter „Schule“. Ein Mitschüler fragte begeistert: „Können wir das wirklich in die Klasse hängen – wenigstens bis zu den Sommerferien?“
– Alarmgesicherte Schatzkiste von Julius und Luis (Jg. 6):
Mit einem zusätzlichen Bewegungssensor bauten sie eine Kiste, die beim Öffnen oder Wegtragen laut Alarm schlägt.
– Besucherzähler von Tom und Henry (6a)
Die beiden Sechstklässler verknüpften ihre Platine mit einem Ultraschallsensor, den sie auf 70 cm Reichweite programmierten. Die Idee: Besucher am Stand des Projektes zählen. Sie schlossen zusätzlich einen LCD-Bildschirm für eine bessere Lesbarkeit der Ausgabe an.
– „Schule der Zukunft“ und „Klassenzimmer der Zukunft“:
Einige Kinder wählten das Projekt zweimal und hatten vier Tage Zeit, komplexere Modelle mit mehreren Funktionen zu entwickeln, darunter motorgesteuerte Türen, automatische Ventilatoren, Lärmampeln und die Übertragung der Temperaturanzeige auf einen LCD-Bildschirm.
– Der tanzende Blauwal von Pina (7d):
Ihr dauerhaft bewegter Wal – ein liebevoll gestaltetes Papptier, konstruiert nach einer Online‑Anleitung, ausgestattet mit einem Motor – konnte mit der Fluke „winken“ und das Maul öffnen. „Nicht unbedingt nützlich, aber süß und charmant“, schreibt sie auf ihrem Plakat.
Präsentation beim Schulfest
Auf einer digitalen Pinnwand sammelten die Gruppen ihre Programme, Fotos und Videos. Beim Schulfest präsentierten die Schülerinnen und Schüler dann ihre Ergebnisse stolz den Eltern und Angehörigen und erklärten selbstbewusst die Funktionsweise ihrer Geräte.
Tom und Henry zählten über 700 Besucherinnen und Besucher am Projektstand. Das Interesse an einer Wiederholung des Projekts war groß – mehrfach wurde beispielsweise nach einer AG gefragt. Ein erster Schritt ist bereits geplant: In der kommenden Woche findet eine freiwillige Mini‑Fortbildung für Lehrkräfte statt, um den Kleinstcomputer „Calliope“ kennen- und bedienen zu lernen. Anschließend steht der Klassensatz für weitere Projekte zur Verfügung.
Die HvB bedankt sich herzlich beim Förderverein für die Finanzierung der neuen Einplatinencomputer – und damit für eine weitere Möglichkeit für unsere Schülerinnen und Schüler, erste Erfahrungen und Erfolgserlebnisse in der Welt des Codings zu sammeln.
PS: Das Hitzefreithermometer hängt bis zu den Sommerferien in der 6d. 😉













