Ausflug in die Gedenkstätte Buchenwald – Der gesamte 10. Jahrgang besucht das Konzentrationslager bei Weimar.

18. Dezember, 3 Grad, vor dem Tor des KZ Buchenwald: Die Zeiger der Uhr am Eingang des Lagers stehen auf Viertel nach Drei, dem Zeitpunkt der Befreiung. Am Tor ist in roten Buchstaben „Jedem das Seine“ zu lesen, spiegelverkehrt für alle, die von außen auf das Lager schauen. Elia Bau und Darleen Nolting, 10d, berichten von der Exkursion:

Jede Klasse hatte eine eigene Rundführung. Bevor die Führung begonnen hat, stellten wir Fragen, außerdem erklärte die Führerin uns, wie wir uns zu verhalten haben. Eine der Regeln war zum Beispiel, dass wir auf dem Gelände nicht essen durften aus Respekt zu den Verstorbenen. Die Führung begann am Bahnhof, wo die KZ-Häftlinge abgeholt wurden. Danach mussten sie über den sogenannten „Karacho-Weg“ rennen, dort wurden sie von den SS Soldaten verprügelt, um ihren Willen zu brechen. Nachdem wir den Weg überquert hatten, kamen wir an einen Eingang der voller Stacheldraht und Elektrozäunen war. An dieser Stelle erzählte uns die Expertin von den Regeln für die Insassen, zum Beispiel würden sie ohne Vorwarnung erschossen werden, wenn sie den Kies am Rand betreten würden. Als nächstes kamen wir an ein großes Haus, in dem die Häftlinge identifiziert und desinfiziert wurden. Ihnen wurden die Haare abrasiert und sie wurden mit dem ganzen Körper in Desinfektionsmittel getaucht. Durch die Wunden, die sie durch den „Karacho-Weg“ erlitten haben, brannte dies natürlich sehr. Die Expertin erzählte uns von den schockierenden Umständen, in denen die Häftlinge leben mussten. Der womöglich schlimmste Ort für uns war das Krematorium, dort wurden die Verstorbenen verbrannt und die Leichen geplündert, zum Beispiel wurden ihre goldenen Zähne herausgerissen. In den ganzen schrecklichen Gebäuden mussten natürlich auch die Insassen arbeiten. Es gab auch harmlosere „Berufe“ wie den Küchendienst. Als wir uns das gesamte Gelände angeschaut hatten, beendeten wir die Führung an einer Gedenkstätte im Lager. Nach der Führung hatten wir noch zwei Stunden Zeit, um alles noch einmal alleine anschauen zu können. Kurz vor der Rückfahrt schauten wir uns noch einen Film an, der zirka eine halbe Stunde ging. Nach dem Film machten wir uns auf die mehr als dreistündige Rückreise, die deutlich ruhiger war als die Hinfahrt.
Der Ausflug war für uns alle sehr prägend und auch wichtig, damit wir verhindern können, dass so etwas noch einmal passieren kann.

Darleen Nolting, Elia Bau: Klasse 10d