Der Klassenrat

Seit 2001 ist an der Heinrich-von-Brentano-Schule der Klassenrat als Konfliktmanagement-Instrument implementiert.
Er dient der Einübung demokratischer Umgangsformen und der Gewaltprävention und ist daher ein wichtiges und zentrales Instrument unserer Schule neben Lions-Quest, Mediation und Konfliktausschuss.

  • Die Klassenratsstunde dient dazu:
    • Klassenprobleme und andere Schwierigkeiten (auch Probleme einzelner Schüler/innen) zu besprechen und gemeinsam Lösungen zu finden.
    • gemeinsame Unternehmungen vorzubereiten.
    • Informationen aus der SV, der Schulleitung, dem Elternbeirat usw. weiterzugeben und zu diskutieren.
    • bei gegebenen Anlässen gemeinsame Erfahrungen zu machen, z.B. Übungen zur Streitschlichtung, Interaktionsspiele, u.s.w.
    Der Klassenrat tagt im 5. und 6. Schuljahr in der Klassenlehrer/innen-Stunde, später bei Bedarf, mindestens jedoch einmal im Monat.
  • Alle Klassenratsmitglieder, Schülerinnen und Schüler der Klasse und Klassenlehrerinnen  und Klassenlehrer sind gleichberechtigt. Jede/r hat das Recht, Themen vorzuschlagen, an der Diskussion, die in der Kreissitzordnung stattfindet, teilzunehmen und die Pflicht, sich an die vereinbarten Regeln zu halten.
  • Die Diskussionsthemen (= Tagesordnungspunkte) werden während der Woche, bis zum Tag vor der Klassenratsstunde, an einer Wandzeitung gesammelt unter folgenden Gesichtspunkten:
    • mir gefällt / mir gefällt nicht
    • ich  möchte wissen
    • ich  wünsche mir
    Die Zettel enthalten die Unterschrift(en) der Schreiber/innen. Bevor Themen vorgeschlagen werden, soll überlegt werden, ob z.B. persönliche Konflikte ohne Klassenrat gelöst werden können. Eine Wiederholung von Themen soll vermieden werden. Nur wichtige Themen werden als Tagesordnungspunkt zugelassen.
  • Es gibt folgende Klassenratsämter, die jede/r Schüler/in mindestens einmal übernehmen sollte:
    • Diskussionsleitung
    • Protokollführung
    • Beobachtung (= Vogelperspektive).
    Es ist hilfreich, jedes Amt zu zweit auszuüben, wenn möglich, je ein Junge und ein Mädchen. Die Diskussionsleitung sortiert die Tagesordnungspunkte und trägt die Themen vor. Es ist sinnvoll, eine Zeit für die jeweiligen Punkte zu vereinbaren. Die Leitung weist auf Wiederholungen hin, dringt auf eine Lösung und ermahnt, wenn nötig, die Klasse, die Gesprächsregeln einzuhalten. Anträge zur Geschäftsordnung (z.B. auf Ende der Debatte oder Einhaltung der Gesprächsregeln) werden durch Heben beider Hände angezeigt und haben Vorrang.
  • Es gibt folgende Gesprächsregeln:
    • Bei Konflikten haben die Beteiligten zuerst das Rederecht.
    • Wer etwas sagen will, meldet sich und bekommt das Wort.
    • Nur wer das Wort hat, spricht, die anderen hören zu.
    • Das Rederecht wird dann weitergereicht unter denen, die sich melden,
    • möglichst Junge und Mädchen abwechselnd (Alternative dazu: Redner/innenliste).
    • Es soll eingeübt werden, nicht über Mitschüler/innen zu sprechen, sondern mit ihnen. (direkte Anrede, Blickkontakt)
    • Wer sich nach einer Ermahnung (gelbe Karte) nicht an die Regeln hält, muss für eine bestimmte Zeit den Kreis verlassen (rote Karte) und darf so lange nicht am Gespräch teilnehmen.
    • Am Anfang entscheidet der/die Klassenlehrer/in  darüber, später die Diskussionsleitung.
  • Die Protokollanten/innen kleben die Themenzettel ins Protokollbuch und schreiben die Diskussionsergebnisse und Vereinbarungen daneben. Die Beobachter/innen teilen kurz vor Ende der Stunde mit, was ihnen aufgefallen ist (positiv und negativ) und es wird im Protokoll festgehalten, was verbessert werden muss.
  • Im 5. Schuljahr sollte zwischen den Sommer- und den Herbstferien wöchentlich das Verfahren der Klassenratsstunde eingeübt werden, anschließend findet die Klassenratsstunde im Wechsel mit Lions-Quest statt.
  • Die Klassenratsstunde muss nach Einüben des Verfahrens nicht zwingend bei dem/der Klassenlehrer/in, aber immer im Klassenverband stattfinden.

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