Aktion Stolpersteine

Liebe Leserin, lieber Leser,

als vor einigen Monaten die Stadt Hochheim sich entschloss teilzunehmen am "Stolpersteine-Projekt" mit dem der Kölner Bildhauer Gunter Demnig an die Opfer der NS-Zeit erinnert, indem er vor ihrem letzten Wohnort Gedenktafeln aus Messing ins Trottoir verlegt, stand für mich sofort fest, dass die Heinrich-von-Brentano-Schule die Patenschaft über ein bis zwei Steine übernehmen sollte.

Im Vorfeld entstand dann zusammen mit Frau Schmollinger-Bornemann einer engagierten Mitbürgerin aus Hochheim-Massenheim die Idee, mit Schulklassen näher die Geschichte einzelner, aus Hochheim vertriebener Familien, zu beleuchten.
Da der Holocaust im Fach Gesellschaftslehre der 10. Klassen durchgenommen wird, fragte ich bei den Klassenlehrerinnen des Jahrgangs an und Frau Veith mit der 10a und Frau Leiss mit  der 10c waren sofort von der Idee angetan. Also entstand ein Projekt über jüdische Familien in Hochheim-Massenheim.

Die Dokumentation des Projekts "Stolpersteine" sowie die Interviews der "letzten Zeitzeugen" finden Sie nachfolgend:

2.0 MB | Dokumentation "Stolpersteine"
2.1 MB | "Wir sprachen mit den letzten Zeitzeugen"

Wir sprachen mit den letzten Zeitzeugen (Das Buch)

Im Zuge des Umsetzung entstand dann fast automatisch in der 10a die weiterführende Idee, mit Interviews in der eigenen Verwandtschaft die noch lebenden Zeitzeugen zu ihren selbsterlebten Eindrücken aus dieser Zeit zu befragen und den Unterricht durch diese Aussagen zu vertiefen. (Jeder der sich mit Pädagogik beschäftigt, weiß dass es nichts Fruchtbareres gibt als die „Originale Begegnung“.)Zwangsläufig entstanden somit beeindruckende Zeitzeugnisse, die in klarer und einfacher Sprache der befragten Personen mit ihren Empfindungen und Gefühlen unseren heutigen Kindern eine authentische Zusammenfassung der persönlichen Kriegserlebnisse schildern.

In dem Bewusstsein, dass dies dokumentarischen Charakter hat und in dieser Form in einigen Jahren nicht mehr möglich sein wird, wurde nach einer Veröffentlichung und Archivierung dieser Ergebnisse gesucht.
Natürlich ist für die heutige Generation dafür das Internet prädestiniert.
Also wurde auf der schulischen Homepage mit der besonderen Präsentation in Form eines alten Buches -  ein eindrucksvoller Zeitbogen mit dem Titel „Wir sprachen mit den letzten Zeitzeugen“ von der Vergangenheit bis zur Gegenwart geschlagen.

Außerordentlich bemerkenswert und mit exemplarischem Charakter wurde auf diese Weise - auch in der Ergänzung des „Stolpersteine-Projektes“ in Hochheim - dokumentiert, wie die heutige Jugend, in der Auseinandersetzung mit der dunkelsten Zeit deutscher Geschichte aktiv an der Aufarbeitung der Geschehnisse arbeitet und damit sich ihrer geschichtlichen  Verantwortung stellt.

Vielen Dank an beide Klassen
Volker Jesinghausen, Schulleiter

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