Die Heinrich-von-Brentano-Schule in der Presse

Wäldchen, Teich, Tiere und Umwelttipps

20.12.2010  

Wiesbadener Kurier

Autor: Christine Dressler

EU-Umweltzertifikat angestrebt / Fortbildung gemeinsam mit Partnern aus Solihull / Schon drei Teilnehmer aus dem Main-Taunus-Kreis dabei


"Come closer", "lasst uns noch enger zusammenrücken", rufen die 20 Deutschen und Engländer im Foyer der Heinrich-von-Brentano-Schule fröhlich durcheinander. Immer wieder lösen sich einzelne Männer und Frauen kurz aus der Gruppe, um von den Partnern ein Erinnerungsfoto vor dem neuen Plakat zu machen: „Comenius Regio - The Green Way“ steht darauf. Es weist die Gesamtschule als Teilnehmer an dem gleichnamigen europäischen Kooperationsprojekt aus. Sie ist damit zwar erst Anwärterin für das EU-Umweltschule-Zertifikat und kreisweit fünfter Partner, aber der erste in dem jeweils regionalen und dazu binationalen Netzwerk, der eine bilinguale Fortbildung organisierte.


Zu dieser Fortbildung sind nicht nur Pädagogen aus dem britischen Solihull angereist. Die Chance zum direkten Austausch nutzen auch die anderen Mitglieder im regionalen Netzwerk: Initiatorin und Koordinatorin Manuela Snee vom Schulamt, Martina Teipel vom Naturschutzhaus Weilbacher Kiesgruben sowie Vertreter vom Schwalbacher Albert-Einstein-Gymnasium, der Westerbachschule und der Weilbacher Grundschule. Dies sind die drei bereits zertifizierten Umweltschulen im Kreis.


Für biologische Vielfalt
Mit "Biodiversity" ist die Fortbildung zum Thema Nachhaltigkeit überschrieben. Für sie bittet Schulleiter Volker Jesinghausen alle in den extra eingerichteten Biodiversitätsraum. Hier bilden die Tische einen Kreis rund um lustige Tiere vom Schwein bis zum Krokodil, die Schüler aus Pappmaschee gestaltet haben. Mit Rojda, Seraphina und Joshua nahmen auch drei der fünf Achtklässler vom neu gegründeten Eco-Team an der Schule als Mulitiplikatoren an der Schulung teil. Dabei gaben Phil Leivers und Sarah Ladner vom Solihuller Nachhaltigkeitsdepartment neben Hintergrundinformationen vor allem Tipps für Unterrichtsprojekte zu dem Thema.


"Froh und stolz, Partner des Projekts zu sein", freute sich Jesinghausen über den Erfolg des Treffens. Was genau an der Gesamtschule geplant sei, wollten die Briten und Partner vor Ort wissen. Biologielehrerin Beate Thiemer berichtete, dass ein Schulgarten angelegt und die vermüllte Wasserstelle im kleinen Wäldchen an der Schule zum biologisch wertvollen Teich ausgebaggert werden soll. „Dafür suchen wir Sponsoren.“ Ihr Kollege Falk Schmidt ergänzte, wie aufgeschichtete Äste rund um Garten und Teich diese abgrenzen und zugleich kleineren Tieren als Biotop dienen sollen.


Dass die Solihuller Partnerschule auch an einem Schulgarten und Teich arbeitet, löste einen regen Austausch aus. Dabei übernahmen die Solihuller zum Beispiel die Idee, ihr eigenes Naturschutzhaus mit ins Netzwerk zu holen. Die Kinder vom Eco-Team und sein Leiter Lehrer Christian Meidert erzählten, dass sie gerade Poster mit Energiespartipps für jeden Raum entwerfen, „um den biologischen Gedanken in allen Klassen weiter zu bringen“.


Die Bitte der Kinder, einen Blog für den stetigen Kontakt der Schüler in beiden Ländern einzurichten, griffen die Solihuller wie Mathelehrerin Lin Rooksby gern auf. Meidert freute das Engagement der Kinder: „Denn das Projekt macht nur Sinn, wenn es nachhaltig von den Schülern weitergelebt wird“. Um noch viel mehr Kinder und Jugendliche für die Nachhaltigkeit ihrer Schulen zu interessieren, hoffen Snee und Teipel, dass weitere ins Netzwerk kommen. Sie beraten dabei und vermitteln Kontakte zu einer passenden Partnerschule in Solihull.


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