Die Heinrich-von-Brentano-Schule in der Presse

„See you later alligator“

24.06.2011  

Allgemeine Zeitung

Autor: Christine Dressler


Stufenleiterin Brigitte Claßen-Schlüter überreichte Volker Jesinghausen zum Abschied ein Fotobuch. (Foto: Vollformat/Kutschinsky)

Bewegendes Abschiedsfest für den scheidenden Schulleiter Volker Jesinghausen


Nach 36 Jahren an der Heinrich-von-Brentano-Schule geht Schulleiter Volker Jesinghausen zum Schuljahresende in den Ruhestand. Dass er das unauffällig tut, verhinderten die Schulgemeinde und alle externen Partner, mit denen Jesinghausen vor allem in seinen 20 Leitungsjahren zu tun hatte: Gut vier Stunden lang feierten ihn 140 Gäste in der Aula der Schule und spendeten Jesinghausen dabei mehrmals minutenlang im Stehen Beifall. Wie beliebt und angesehen er ist, belegten neben der Atmosphäre und dem ein Dutzend Reden auch das extra für Jesinghausen konzipierte und seiner Stellvertreterin Petra Boulanouar moderierte Programm.


Da brachte ihn Siebtklässler mit ihrem modernen Theater von „Schneewittchen“, das sich am BigMac vergiftet, zum Lachen und sangen Fünftklässler für ihn „Do you love me“. Das Schulorchester hatte für Jesinghausen Stücke wie „See you later alligator“ einstudiert. Als gegen Ende der Lehrerchor die 37 Jahre in neuen Texten auf bekannten Melodien wie die Moritat von Mackie Messer Revue passieren ließ, kämpfte Jesinghausen sichtbar um Fassung. Dabei hatte Schulsprecher Lars Hohmann kurz zuvor noch betont: Nie habe er erlebt, dass der „väterliche Schulleiter, der „immer ein offenes Ohr“ hatte, jedem „bei Problemen half“ und alle „mit Wärme und Geduld behandelte“, die „Fassung verlor“. Um die rang Jesinghausen auch, als ihm Schülerinnen und Schüler einen Blumenstrauß mit Karten von allen Jahrgängen überreichten, und versicherten: „Sie können wieder kommen“ und „Dank Ihnen werden wir die Heinrich-von-Brentano-Schule immer in guter Erinnerung behalten.“


Schulelternbeiratsvorsitzender Michael Kegler dankte Jesinghausen dafür, wie er „die Schule durch stürmische Zeiten“ führte und sich auch nach der Umwandlung zur IGS leitete: „beharrlich, freundlich und ohne Angst nach oben oder unten zu verbreiten“. Kegler war auch „nicht bange“ um die Zukunft der Schule, da Jesinghausen diese „als großer Teamplayer“ gut vorbereitet habe.


Das bestätigten auch alle externen Redner wie Stadtverordnete Claudia Weltin und Angelika Munck als Bürgermeisterin und Mutter zweier früherer Brentano-Schüler oder der designierte Landrat Michael Cyriax für den Kreis. Untermauert wurden Jesinghausens Qualitäten ebenso von Vertretern des Staatlichen Schulamts, des Gesamtpersonalrats, anderer Schulen, des Arbeitskreises Hessischer Gesamtschuldirektoren oder des Diakonischen Werks, mit dem Jesinghausen die Schulsozialarbeit realisierte.


Seit Jesinghausen 1975 als Lehrer an die Schule kam, sei das Wort „Ambiente“ an ihr ein „geflügeltes Wort“, dankte ihm Personalratsvorsitzende Hildegard Pongratz-Porr mit einer Bilderschau für das gesamte Kollegium. „Du hast dich nie verschanzt oder versteckt“, lobte sie seinen Humor, seine Kollegialität, unerschütterliche Ruhe, Balance und Energie im „täglichen Nahkampf“ für die Schule und jeden Einzelnen an ihr. Neben einem Buch, in dem jeder eine Seite gestaltet hatte, schenkte das Kollegium dem Hobbygolfer ein Golftraining beim Profi.


Auch beim Abschied vergaß Jesinghausen keinen. Er dankte umgekehrt jedem von Stadt, Kreis oder Ämtern bis zu Förderverein, Mittagsbetreuungsteam, zehn Sekretärinnen und sechs Hausmeistern dafür, wie sie ihn begleitet und seine Visionen mitgetragen hätten. Bis zuletzt dachte er dabei vor allem an die Schüler. Eindringlich bat er die Taschentücher schwenkende Menge, die IGS zu erhalten, da nur sie „flexibel“ auf die Individualität jedes Kindes reagieren könne.


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