Die Heinrich-von-Brentano-Schule in der Presse

Die Schule als zweites Zuhause

18.06.2011  

Frankfurter Rundschau

Autor: Andrea Rost


Volker Jesinghausen hat die Brentano-Schule geprägt.

Hochheim Brentano-Schulleiter Volker Jesinghausen geht nach 36 Jahren in den Ruhestand

Ich muss noch mal kurz nach Hause!“ Nicht nur einmal hat Volker Jesinghausen diesen Satz gesagt und damit gemeint: „Ich schau noch mal in der Schule vorbei.“ Der 61-Jährige hat sich an seinem Arbeitsplatz in der Heinrich-von-Brentano-Schule wohlgefühlt. So wohl, dass er dort 36Jahre geblieben ist. Seit 1989 arbeitete er in führender Position, zunächst als stellvertretender Schulleiter, ab 2003 als Schulleiter.


Nur wenige Jahre, bevor er als Lehrer an die Brentano-Schule kam, war das Gebäude an der Massenheimer Landstraße neben dem Wasserturm errichtet worden. Alle Umbauten hat Volker Jesinghausen mitgemacht, bis hin zur aufwendigen Renovierung der Schule in den Jahren 2006 bis 2008. „Ich kenne mich in dem Gebäude besser aus als jeder Hausmeister“, sagt er und lacht. „Ich weiß, wo alle Leitungen verlaufen, wo jede Steckdose sitzt.“ Ein Faible fürs Technische hat Volker Jesinghausen ohnehin. Bereits im Jahr 1990 hat er den ersten Computer in der Brentano-Schule installiert und ein Fax-Gerät für 1500 Dollar angeschafft. Das Geld stellte die Partnerschule im US-amerikanischen Wowpaca den Hochheimern zur Verfügung, damit die Kommunikation über den Atlantik funktionierte. Später hat er die gesamte EDV-gestützte Verwaltungsstruktur der Schule mit aufgebaut. Es gab Zeiten, da besuchten 1500 Schülerinnen und Schüler die Brentano-Schule. Dann wurden es immer weniger. „Die Hochheimer Eltern haben einen starken Drang nach Mainz“, sagt Volker Jesinghausen. Die Integrierte Gesamtschule am Ort hatte gegenüber den Gymnasien auf der anderen Rheinseite einen schweren Stand. Der endgültige Knick kam 2003. Weil die Schülerzahl zu gering war, musste die Oberstufe geschlossen werden.


Vom IGS-System überzeugt


Als einzige IGS im westlichen Main-Taunus-Kreis hat sich die Brentano-Schule mittlerweile wieder gut etabliert. Von den 500 Schülern kommt ein Drittel aus Hochheim, der Rest aus Wiesbaden, Flörsheim, Bischofsheim, Hofheim und Hattersheim. „Die Eltern wählen uns als IGS gezielt an“, ist Jesinghausen überzeugt. Es ist ein Verfechter des Systems, bei dem nicht in Haupt-, Realschule und Gymnasium unterschieden wird, sondern in der Mittelstufe alle Schüler gemeinsam lernen. Der Erfolg seiner Schüler scheint ihm recht zu geben: Doppelt so viele Schüler, wie in Klasse fünf eine gymnasiale Eignung haben, können nach Klasse zehn auf eine Oberstufe wechseln. Die allermeisten von ihnen schaffen das Abitur.


Was Volker Jesinghausen nach seiner Schulzeit, die in wenigen Tagen endet, machen will: „Das Handicap runterspielen“, sagt der Golfer. „Vielleicht auch mit Strohhut in der Sonne sitzen. Mal sehen.“


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