Die Heinrich-von-Brentano-Schule in der Presse

Die IGS ist ein Erfolgsmodell

10.06.2011  

Hochheimer Zeitung

Autor: Jürgen Kunert


Schulleiter Volker Jesinghausen wird in wenigen Wochen seinen Schreibtisch räumen und mit Ende des Schuljahres in den Ruhestand wechseln. Foto: Jürgen Kunert

Schulleiter Volker Jesinghausen wird zum Schuljahresende verabschiedet


"Alles hat seine Zeit", meint Volker Jesinghausen, der entspannt in seinem Zimmer sitzt, um im Gespräch mit dieser Zeitung seine "Schulzeit" als Schulpädagoge Revue passieren zu lassen. Der langjährige IGS-Leiter wird am 21. Juni in einer Feierstunde offiziell in der Aula der Heinrich-von-Brentano-Schule verabschiedet und verlässt mit 61 Jahren die „Brentano“ Richtung Ruhestand. Kollegen hatten ihn gebeten, doch noch ein paar Jahre als Schulleiter dranzuhängen, aber das lehnte er dankend ab. Aber nicht, weil er froh wäre, der Integrierten Gesamtschule endlich den Rücken kehren zu können. Jesinghausen liebt "seine" Schule und hat sie in seiner Amtszeit gemeinsam mit dem Kollegium maßgebend mitgeprägt bei der räumlichen wie pädagogischen Neuausrichtung. "Der Tod meiner Frau hat mir gezeigt, wie kostbar und fragil das Leben sein kann." Zuvor hatte er bereits seine Tochter verloren und das alles hat ihn in seinem Entschluss bestärkt, jetzt zu gehen, um einen neuen Lebensabschnitt zu beginnen. "Glauben sie mir, ich falle in kein tiefes Loch, das habe ich schon hinter mir", sagt Jesinghausen mit Blick auf Kollegen, deren Tage durch das regelmäßige Schellen der Schulklingel geprägt scheinen und Pläne schmieden für den Tag X, wenn man nicht mehr vor der Klasse auf der Matte stehen muss. "Ich habe nichts geplant, keine Weltreise und auch kein Weiterarbeiten als Coach oder Ähnliches. Ich genieße zunächst die freie Zeit - und werde an meinem Handycap arbeiten", erzählt Jesinghausen.


Also doch, der gelernte Geographie- und Kunstlehrer hat einen, wenn auch, kleinen Plan in der Tasche. Vor 12 Jahren wurde er von einem Kollegen mit dem "Golf-Virus" infiziert und seither lässt ihn dieser Sport nicht los. Dem Schulleiter oblag in diesen Jahren die Leitung der Golf AG an der IGS. Da der Sport sehr zeitintensiv ist, konnte er diesem Hobby kaum adäquat frönen. "Ich will es jetzt noch mal wissen und angreifen, sehen, was ich als Senior noch so drauf habe und wie weit ich mich verbessern kann", sagt er mit funkelnden Augen. Bis weit in den Spätherbst werden Driver, Eisen, Wedges und Putter seine "besten Freunde" sein. Danach wird man weiter sehen.


Volker Jesinghausen machte 1970 in Bad Wildungen Abitur und studierte an der Uni Gießen Geographie und Kunst für das Lehramt an Haupt- und Realschulen. Nach einem Referendariatsjahr in Eschborn kam der Schulpädagoge 1975 an die drei Jahre zuvor erbaute Integrierte Gesamtschule Hochheim. Vier Jahre später widmete sich Jesinghausen als damals 29-Jähriger schwerpunktmäßig der Ausbildung junger Referendare. Bis 1990 war er Ausbildungsseminarleiter für Erziehungs- und Gesellschaftswissenschaft. Seine Stammschule mit sechs Stunden Unterricht pro Woche blieb die IGS in Hochheim. Als 1990 der damalige stellvertretende Schulleiter Sigurd Bender in das staatliche Schulamt wechselte, nahm er das Angebot des Direktors Hofmann an und wurde stellvertretender Schulleiter. "Das war die Zeit, in der ich Referendare ausbildete, um ihnen dann alles Gute wünschen zu müssen für die bevorstehende Arbeitslosigkeit, weil die Schulen keine neuen Lehrer aufnahmen. Da habe ich dann wechselt", erläutert Jesinghausen. Von 2000 bis 2003 war er kommissarisch mit der Schulleitung betraut. Die Stelle musste zweimal ausgeschrieben werden. Zum Jahrtausendwechsel gab es noch einen Oberstufenzweig, der mangels Masse wenige Zeit später eingestellt wurde. So waren zwei Bewerbungsrunden notwendig, bis Jesinghausen schließlich 2003 seine Ernennungsurkunde erhielt für eine Arbeit, die er bereits drei Jahre lang absolvierte. In seine Amtszeit fallen auch die umfassenden Sanierungsmaßnahmen, die durch Landrat Berthold R. Gall angestoßen wurden und die Brentano-Schule als Gebäude mit einer modernen Infrastrukturausstattung weit nach vorne brachten. Noch gut erinnert er sich an den ersten Besuch des damals neuen Landrats, der ohne Umschweife Fragen zur Gebäudesubstanz stellte, mit Jesinghausen in den Keller ging und die Versorgungsleitungen inspizierte. "Da war ich echt beeindruckt, weil ich selbst im Schulgebäude jede Schraube kenne und er zielsicher die Schwachstellen benannte und erklärte: 'Wir kümmern uns darum'. Er hat Wort gehalten".


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